TOO young TO DIE: Karen Carpenter

Sehnsucht nach Leben

In den frühen 70ern - der Zeit der Drogen, des Vietnamkriegs und der Charles-Manson-Morde – verkörpert ein Geschwisterpaar wie aus dem Bilderbuch das andere, saubere Amerika: die Carpenters. Ihr Sound ist meilenweit entfernt vom zeitgenössischen Rock: Easy Listening, harmonieselig, ausgetüftelte Arrangements von Richard Carpenter, der entrückte Gesang seiner Schwester Karen. Als die beiden bei A&M Records, dem damals besten Label der USA, einen Plattenvertrag unterschreiben, ist Karen gerade 19 Jahre alt. Ein Jahr später sind sie bereits auf Platz eins der Charts. 13 Jahre später, mit nur 32 Jahren stirbt Karen Carpenter an den Folgen ihrer Magersucht. Sie ist die erste Anorexie-Tote des Pop.

Die Dokumentation „TOO young TO DIE: Karen Carpenter – Sehnsucht nach Leben“ blickt auf den Erfolg der Carpenters und blickt in die Abgründe hinter der sauberen Fassade der Superstars. Die Geschichte der Karen Carpenter, die viel lieber Schlagzeug spielen will, denn so begabt wie ihr Bruder am Klavier ist, so begabt ist sie als Drummerin, ist die Geschichte ihres dauernden Kampfes gegen alles und jeden. Gegen die Übermutter Agnes, bei der Karen noch lebt bis sie 24 Jahre ist und die den Bruder zeitlebens vorzieht. Gegen den Bruder, dem es schwer fällt zu akzeptieren, dass Karens außergewöhnlich schöne Stimme der ausschlaggebende Grund für den großen Erfolg der Band ist. Und gegen die Öffentlichkeit, die sie in ihre Essstörung getrieben hat.

Neben Weggefährten Karens, die sich an sie erinnern und von gemeinsamen Zeiten erzählen, kommen im Film ebenso gegenwärtige Künstler und Autoren zu Wort, die sich bis heute von ihr fasziniert und inspiriert zeigen.

Erstausstrahlung: Freitag, 08.03.19, 21:45 - 22:40 Uhr in arte

Länge 1 x 52'
Jahr 2019
Genre Dokumentation
Regie Jobst Knigge
Sender ZDF / arte