Theaterlandschaften

Theater Dessau

Dessau, die ehemalige Residenz des Landes Anhalt, war im 18. Jahrhundert mit seinen sozialen, wirtschaftlichen und pädagogischen Projekten eines der Zentren der deutschen Aufklärung.

Fürst Leopold Friedrich Franz von Anhalt ließ in dieser Zeit die Parks, Schlösser und Gärten des Dessau-Wörlitzer Gartenreiches anlegen, er engagierte eine bekannte fahrende Theatergruppe und eröffnete die Dessauer Bühne mit einem Musikspiel.

Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts revolutionierte Hugo Junkers die Luftfahrtentwicklung: in Dessau. Und schließlich setzte das Bauhaus (1919-1933) weltweit und nachhaltig Impulse für Architektur, Kunst und Design. 1938 wurde das Dessauer Theater als Prestige-Projekt der Nazis eröffnet, 1944 durch eine Bombe zerstört. 1949 wurde das Haus mit einer Aufführung der "Zauberflöte" wieder in Betrieb genommen. 1953 fanden unter dem damaligen Intendanten Willy Bodenstein zum ersten Mal die Dessauer Richard-Wagner-Festwochen statt. Dessau galt nun als "Bayreuth des Nordens". Seit 1993 wird in Dessau zu Ehren des dort geborenen Komponisten Kurt Weill jährlich das "Kurt Weill Fest Dessau" veranstaltet.

Das Mehrspartentheater Dessau unterhält heute neben Oper, Operette und Musical auch die Bereiche Schauspiel, Ballett, Puppentheater und die Anhaltische Philharmonie. Mit 1096 Plätzen im Großen Haus ist das Anhaltische Theater Dessau das größte Theater in Sachsen-Anhalt. Seine Musikinszenierungen sind international bekannt, so gastierte das Theater mit zwei Opern, inszeniert von Johannes Felsenstein, Intendant seit 1991, im Herbst 2001 in Japan.

Länge 1 x 30'
Jahr 2002
Genre Dokumentation
Format Digital Betacam
Regie Christian Frey
Sender ZDFtheaterkanal / 3sat / ZDFdokukanal
Link Theater Dessau