Theaterlandschaften

Hebbel-Theater Berlin

Das Hebbel-Theater im Bezirk Berlin Kreuzberg, 1907/08 erbaut, ist eines der schönsten Theater Deutschlands, das den Krieg nahezu unbeschadet überstanden hat. Bis heute hat sein mahagonigetäfelter Jugendstil-Zuschauerraum nichts von seinem außergewöhnlichen Charme eingebüßt.

Künstlerisch erlebt das Hebbel-Theater hingegen eine sehr unbeständige, an häufige Besitz- und Namenswechsel gebundene Geschichte. Viele Stars von Hans Albers über Inge Meysel bis Willem Dafoe haben hier auf der Bühne gestanden.

Esther Schweins stellt das "Hebbel" am Rande Kreuzbergs vor, dass auch durch seine Lage gezwungen war, immer wieder mit Neuem und Ãœberraschendem umzugehen. Vor dem Krieg wartet es mit großen Stars auf, nach dem Krieg dient das Hebbel-Theater als eines der wenigen unzerstörten Theater den Amerikanern für ihr "re-education" Programm. In den 60er Jahren entwickelt es sich zu einem Volkstheater im besten Sinne, mit Publikumslieblingen wie Harald Juhnke, Klaus Schwarzkopf, Rudolf Platte und Inge Meysel. Dann gerät es in finanzielle Schwierigkeiten und 1978 müssen die Betreiber Konkurs anmelden. Der Denkmalschutz rettet das Hebbel-Theater ein Jahr später vor dem Abriss. In Folge wird das Haus vornehmlich als Ausweichspielstätte von anderen Berliner Bühnen genutzt. Dem privaten Verein zur Rettung des Hebbel-Theaters in Berlin-Kreuzberg e. V., in dem sich neben Hans Rosenthal bekannte Schauspieler und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens engagieren, ist es zu verdanken, dass das baufällig gewordene Theater nicht in Vergessenheit gerät.

Anfang 1989 übernimmt Nele Hertling als Geschäftsführerin und künstlerische Leiterin das Haus und verwandelt es innerhalb weniger Jahre in eine attraktive Spielstätte für zeitgenössisches, internationales, spartenübergreifendes Theater auf hohem Niveau. Seit der Spielzeit 2003/04 gibt es jetzt das "HAU", das "Hebbel am Ufer". Unter Leitung von Matthias Lilienthal wollen sich das Hebbel-Theater, das Theater am Halleschen Ufer und das Theater am Ufer in Berlin-Kreuzberg gemeinsam als Zentrum für Gastspiele, Tanz und innovative Theaterprojekte profilieren.

Fotograf Jim Rakete, Ex-Bürgermeister Walter Momper und eine ehemalige Hausbesetzerin erzählen von den turbulenten Zeiten in Kreuzberg und deren Einfluss auf das Hebbel-Theater. Inszenierungsausschnitte und Archivaufnahmen belegen die wechselvolle Geschichte des Hauses.

Länge 1 x 30'
Jahr 2004
Genre Dokumentation
Format Digital Betacam
Regie Dag Freyer
Sender ZDFtheaterkanal / 3sat / ZDFdokukanal / arte
Link Hebbel-Theater Berlin