Die Nacht der Ohnmacht

Wie Silvester in Köln außer Kontrolle geriet

Silvester 2015 in Köln. Zehn Stunden lang ist der zentrale Platz einer deutschen Millionenstadt ein rechtsfreier Raum. Ein Ort, an dem der Staat die Kontrolle verliert – und seine Bürger zurücklässt. Es ist die Nacht, die das Vertrauen der Bürger in ihren Staat zutiefst erschüttert. Die Nacht, die alles verändert.

Was in den frühen Abendstunden des 31. Dezember 2015 rund um den Kölner Hauptbahnhof noch wie ein friedlicher Silvesterabend wirkt, wird über Nacht zum Albtraum. „Wie im Bürgerkrieg“, schildern Augenzeugen die Szenen, die sich zwischen Hauptbahnhof und Domtreppe abspielen. Immer wieder bilden sich Gruppen von Tätern. Die meisten sind berauscht, betrunken und enthemmt. Sie schießen mit Feuerwerkskörpern in die Menge, prügeln sich und machen Krawall. Vor allem aber stehlen sie. Und sie belästigen hunderte Frauen. Die Einsatzkräfte vor Ort sind unterbesetzt, planlos und überfordert. Am Ende sind es mehr als tausend Strafanzeigen und weit über tausend mutmaßliche Opfer.

Wie kann so etwas passieren? Wie kann an einem der belebtesten Plätze Kölns stundenlang die Anarchie toben? Hätte die Katastrophe verhindert werden können? Es ist eine Geschichte, die um den Erdball rast. Themen wie die Sicherheit im Rechtsstaat, der Umgang mit Fremden, falsche Toleranz und eine "naive Willkommenskultur" finden in dieser Nacht neuen Zündstoff.

In der 45min-Dokumentation wird die Nacht minutiös rekonstruiert, ihre Ursachen und ihre Folgen bis heute. Nach neun Monaten intensiver Recherche zeigen wir bislang unveröffentlichtes Archivmaterial. Zum ersten Mal überhaupt hören wir unmittelbar aus der Nacht den Funkverkehr der Polizei und die Notrufe der Menschen. Es sind die Stimmen von jungen Mädchen, Frauen und Männern, die in dieser Nacht Opfer werden und an denen bis heute die Momente der Ohnmacht nagen. Neues Videomaterial von Sicherheitskräften, Handyvideos von Augenzeugen und Überwachungskameras liefern eine akribische Aufklärung der Vorfälle. Zu Wort kommen Opfer und Augenzeugen, Polizeivertreter, Staatsanwälte, Politiker und Journalisten. Ein breites und buntes Ensemble, welches nicht nur die Bedeutung der Nacht für Köln und Deutschland, sondern auch die internationale Tragweite reflektiert.

Eine Produktion der LAMBDA Stories & News GmbH.

Erstausstrahlung: Montag, 12. Dezember 2016, 22:15 bei RTL EXTRA-Spezial.

Länge 1 x 45'
Jahr 2016
Genre Dokumentation
Format 16:9 HDTV
Regie Markus Brauckmann, Christian Wiermer
Sender RTL
Link Das Buch zur Silvesternacht