Sarajevo - Der Weg in die Katastrophe

Es begann in Sarajevo, Ende Juni 1914. Ein serbischer Nationalist erschießt den österreichisch-ungarischen Thronfolger und dessen Frau. Wenige Wochen später herrscht Krieg in Europa, er führt in das blutigste Massensterben, das die Menschheit bis dahin erlebte.

Die Dokumentation "Sarajevo - Der Weg in die Katastrophe" befasst sich nicht nur mit den Umständen des Anschlags, im Vordergrund stehen die katastrophalen Folgen des Attentats, das eine Krise auslöste, die in den Ersten Weltkrieg führte.

Dass es in Europa irgendwann zu einem Kräftemessen kommen könnte, lag in der Luft. Das Säbelrasseln der Großmächte hatte Tradition. Der Krieg galt noch immer als ultimatives Mittel der Politik. Seit der Jahrhundertwende drehte sich die Rüstungsspirale immer schneller - doch zwangsläufig war eine Eskalation keineswegs. Die Mächte wollten vorbereitet sein auf den Konflikt, aber keinesfalls als Aggressor dastehen. Darin waren sich die Regierungen in Berlin, St. Petersburg, Wien, Paris und London einig. Selbst die Schüsse von Sarajevo änderten daran zunächst nichts. Doch binnen weniger Wochen wendete sich das Blatt.

Die Juli-Krise 1914 erscheint in der Rückschau wie eine verhängnisvolle Kettenreaktion. Die Mächte erkannten die Gefahr, doch sie verhinderten die Eskalation nicht. Bündniszusagen wurden bekräftigt, Mobilmachung folgte auf Mobilmachung. Alle künftigen Kriegsparteien erklärten sich schließlich zu Angegriffenen. Keiner sah sich als Angreifer. Euphorisch begrüßten Menschenmengen in den Hauptstädten den Ausbruch des Krieges, von dem noch niemand ahnte, wie mörderisch er wirklich werden würde - und dass er das Ende des alten Europa bedeuten sollte.

Die Kampfhandlungen begannen mit dem Angriff der deutschen Armeen im Westen. In den vergangenen Jahrzehnten war die These wenig strittig, dass das Wilhelminische Reich die Hauptschuld am Ausbruch des Ersten Weltkrieges getragen habe. Doch relativieren neuere Forschungen diese Sichtweise. Christopher Clarks "Schlafwandler" heizen die Debatte darüber an, ob nicht alle beteiligten Mächte in völliger Verkennung der Risiken gemeinsam in die Katastrophe taumelten.

Die Dokumentation rekapituliert die wenigen Wochen zwischen den Todesschüssen und den ersten Salven des Krieges. Wie konnte ein einzelnes Attentat den Weltenbrand entfachen? War die Kettenreaktion im Juli 1914 nicht mehr zu stoppen? Wer schürte die Eskalation, wer hätte die "Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts" verhindern können?

Begleitend zur Dokumentation ist die Webseite aufbruchindiekrise erschienen.

Erstausstrahlung: Montag, den 28. April 2014, 21:55 Uhr im ZDF.

Länge 45'
Jahr 2014
Genre Dokumentation
Regie Manfred Oldenburg
Sender ZDF