TOO young TO DIE: Philip Seymour Hoffman

Ganz und gar Schauspieler

Philip Seymour Hoffman ist einer der besten und wandlungsfähigsten Charakterdarsteller seiner Generation. Ohne es darauf anzulegen, stiehlt er den großen Stars, in deren Schatten er spielt, die Show: ob Tom Cruise in „Magnolia“, Al Pacino in „Der Duft der Frauen“ oder Robert de Niro in „Makellos“. Stets bleibt sein Auftritt in den Köpfen der Zuschauer. Er spielt nicht einfach nur, er verschmilzt förmlich mit den Rollen. Seine Vielseitigkeit zeigt er in mehr als 50 Filmen. Und auch am Broadway und Off-Broadway Theater gilt er als einer der Besten. Viermal wird er für den Oscar nominiert, einmal erhält er ihn. Hoffman ist „ganz oben“. Scheinbar.

Am 2. Februar 2014 findet man den 46-Jährigen tot in seiner Wohnung in New York – mit einer Nadel im Arm. Gestorben an einer Überdosis Heroin. Die Nachricht von seinem Tod ist ein Schock. Kaum jemand wusste, dass er drogenabhängig war und erst wenige Monate zuvor vergeblich versucht hatte, durch einen Entzug clean zu werden.

Die Dokumentation „TOO young TO DIE: Philip Seymour Hoffman – Ganz und gar Schauspieler“ erzählt die Geschichte des außergewöhnlichen Schauspielers. Der Film begleitet ihn von seinen ersten Gehversuchen als Schauspieler in der Highschool-Aula, bis zu seinen größten Erfolgen am Broadway und vor den Kameras Hollywoods. Freunde, Kollegen, Filmkritiker und Lehrer erinnern sich an seinen klugen Humor, an seine Uneitelkeit und an seine Furchtlosigkeit auf der Bühne. Schon als 14-Jähriger spielte Hoffman die Rolle des Willy Loman aus „Tod eines Handlungsreisenden“ so überzeugend, dass das Publikum sich in eine andere Welt versetzt sah, erzählt Hoffmans Lehrerin Midge Marshall. 30 Jahre später ist Hoffman ein Weltstar, doch er scheut den Medienrummel und das Blitzlichtgewitter. Nur am Filmset und auf der Bühne ist er in seinem Element. Er verlangt sich alles ab, um in den Rollen so glaubhaft wie möglich zu sein. Hoffman hat damit so großen Erfolg, dass er zum Weltstar wird. Zum Star, der er nicht sein wollte.

Länge 1 x 52'
Jahr 2015
Genre Doku-Reihe
Format 16:9 HDTV
Regie Matthias Schmidt
Sender ARTE